Anton Reinthaler

Franz Reinthaler

Bild von Anton Reinthaler

1901 - 1969

Franz Reinthaler wurde am 17. November 1901 in Offenhausen (Oberösterreich) als das zweite von sechs Kindern geboren. Seine Eltern waren Matthias Reinthaler, Maurer und Kleinbauer, und Amalia Reinthaler, geb. Jungbauer.

Sein Bruder Hans Reinthaler (1900–1964) war Mundartdichter und Schriftsteller. Bis zum 10. Lebensjahr wohnte Franz Reinthaler im Elternhaus und besuchte die Volksschule in Offenhausen, danach gemeinsam mit seinem Bruder Hans das Gymnasium der Franziskaner in Hall in Tirol, das er am 8. Juli 1922 mit Matura abschloss.

1922–1926 Eintritt in den Orden der Franziskaner und Studien der Theologie in Salzburg und Schwaz in Tirol
29. Juni 1925 Priesterweihe in Brixen
Ab 1927 Aushilfspriester
1928/29 Kunstgewerbeschule in Wien
Zeichnen u. plastisches Naturstudium bei Viktor Schufinsky (1876–1947)
Ornamentale Schrift und Heraldik bei Rudolf Larisch (1856–1934)
1929 Zeichenprofessor am Gymnasium der Franziskaner in Hall in Tirol
Ab 1929

Versetzung an das Franziskanerkloster „St. Gabriel“ in München

1929–1936 Besuch der Mal- und Zeichenschule „Die Form“ (Leitung: Hein König), Abendkurse an der Akademie der Bildenden Künste München, Arbeiten für den Verlag „Ars sacra“
September 1936 Austritt aus dem Franziskanerorden, Weltpriester der Diözese Gurk
Hilfspriester in St. Peter im Holz mit Dienstzuweisung in Ebental, Kärnten
1937/38 Kaplan in Heiligenblut
1939 Provisor in Sagritz, Kärnten, dann Administrator von St. Salvator bei Friesach
Juli 1939–März 1940 Urlaub für künstlerische Arbeiten, darunter für den Petersdom in Rom
Ab April 1940 bis zu seinem Tode Pfarradministrator in Kamering und Stockenboi, Kärnten
24. Jänner 1969 Gestorben in Klagenfurt, begraben in Offenhausen

Kontakte zu Maria Spötl (1898–1953), Maria Innocentia Hummel (1909–1946) und vermutlich auch zu Matthäus Schiestl (1869–1939).

Unter dem Ordensnamen Balduin Reinthaler erschienen beim Verlag „Ars sacra“ Joseph Mueller in München viele Serien von Andachtsbildchen und Illustrationen zu Büchern wie:

  • Balduin Reinthaler : Empor zu Gott, 1931
  • Odilo Altmann: Glück, wo bist du, 1931
  • Marga Müller: Jesus besucht mich, 1932
  • Paula Grogger: Das Röcklein des Jesukindlein, 1932
  • Schwester Angela: Der Seele Opfergang: Messandacht, 1932
  • Odilo Altmann: Mägdlein Maria, 1933
  • „Die weiße Rose“. Verbandsblatt der kathol. Jungmädchenvereine Süddeutschlands, München, 1933 (Bilder in Heft 11./12. Bildbeiträge zu dieser Zeitschrift u. a. von Käthe Kollwitz)
  • Marga Müller: Mein Weg zum Vater, 1933
  • Astruc: Vom Wohnen Gottes 1933
  • Herbert Amstad: Um die Seele des Kindes, 1934
  • Marga Müller: Das Schiff des Heiligen Geistes, 1935
  • Odilo Altmann: Ich glaube, 1937
  • Odilo Altmann: Advent, 1939
  • Franz Reinthaler: Christus unter uns, Klagenfurt: Verlag Carinthia (Serie von 12 kleinen Bildern)
  • Wer froh ist, ist ein König, München: Verlag „Ars sacra“ Joseph Mueller, 1962 (24 farbige Kinderbilder aus den Bergen), Neuauflage 1972
  • Die kleine Freude zur Weihnacht, München: Verlag „ars edition“, 1976 (farbige Bilder)
  • Die kleine Freude der Seele, München: Verlag „ars edition“, 1978 (12 farbige Bilder)

Verschiedene Bilder in mehreren Publikationen des Verlages Verlag „Ars sacra“, u.a. P. H. Amstad: Um die Seele des Kindes.

Weitere Werke:

Zahlreiche Ölbilder (auf Holz und Karton) mit den Themen Hl. Maria, Maria mit Kind, Jesuskind, Jesus, Heilige, Rosenkranz, Kreuzigung; Kinder.

Einige Reliefs und Freskomalereien in Kirchen und Häusern, u.a. im Eingangsbereich zur Kirche von Tragail.

Fast alle Bilder befinden sich in Privatbesitz an den Wirkungsstätten des Malers in Kärnten und bei Verwandten des Künstlers.

2012 konnten über 250 Originale, die größtenteils als Druckvorlage zu den zuvor genannten Ausgaben des Verlages „Ars sacra“ dienten, bei einem Restaurator sichergestellt werden.

Ausstellungen:

Von einer Ausstellung zu Lebzeiten des Künstlers ist nichts bekannt.

Die erste größere Ausstellung mit Bildern aus allen Schaffensperioden fand 2012 in der Margret-Bilger-Galerie des Stiftes Schlierbach statt.

Von Dezember 2015 bis Februar 2016 präsentierte das Schlossmuseum Linz im Rahmen der Traditionellen Krippenausstellung die Sonderausstellung „Christkind. Krippenbilder von Franz Reinthaler“.

Ausstellung „Franz Reinthaler - Werkschau“ im Stift St. Georgen am Längsee, Kärnten im November 2017

Literatur über Franz Reinthaler:

  • „Der Maler Balduin Reinthaler.“ In: Die Heimstunde. Das Bildungsblatt für moderne Mädchen 4, 1935/1936, S. 181–184
  • „Ein Maler der Weihnacht.“ In: Die weiße Rose. Monatliches Verbandsblatt der kath. Jungmädchenvereine Süddeutschlands 27, 11./12. Heft, Nov./Dez. 1933, S. 194–195
  • Gabler, Dr.: „Pfarrer Franz Reinthaler war Maler“, Volkszeitung für Kärnten 34, 1969, S. 6
  • „Ein Werk der Einsamkeit und Stille“, Linzer Volksblatt 60, 13.3.1969, S. 8
  • Leitner, Elisabeth: „Brot des Lebens“, KirchenZeitung Diözese Linz, 5.6.2014
  • Franz Reinthaler, Maler und Pfarrer, herausgegeben von Anton Reinthaler, Verlag Wagner, Linz 2016 (ISBN 978-3-903040-10-6)

Mit dem Pfarrer Franz Reinthaler beschäftigt sich Josef Winkler in vielen seiner Romane, unter anderem in:

  • Wenn es soweit ist, Berlin: Suhrkamp, 1998
  • Leichnam, seine Familie belauernd, Berlin: Suhrkamp, 2003
  • Requiem für einen Vater, Berlin: Suhrkamp, 2007
  • Winnetou, Abel und ich, Berlin: Suhrkamp, 2014

... und in seiner Rede „Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär“ anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises am 1. November 2008 in Darmstadt.

Dem Maler und Pfarrer Franz Reinthaler widmet auch Alois Brandstetter einige Seiten in seinem Roman „Kummer ade!“ (Salzburg: Residenz Verlag, 2013).